Physiotherapie ist ein weitreichendes Gebiet. Heute klären wir auf, wie die Manuelle Therapie wirkt und was die Bobath-Therapie ist.

Was ist Manuelle Therapie?

Ziel der Manuellen Therapie ist es in erster Linie akute, sowie anhaltende Beschwerden zu beseitigen. Die Auswahl der Maßnahmen wird dabei vom Physiotherapeuten an die jeweilige Schmerzsituation angepasst. So können bei starken Schmerzen zunächst lindernde Maßnahmen wie Weichteiltechniken oder Traktionen und Aproximationen (Zug und Druck) durchgeführt werden.

Im Verlauf der Therapie, wenn der Schmerz nicht mehr das Hauptproblem darstellt, wird wenn nötig vor allem das Erreichen der vollständigen Beweglichkeit angestrebt. Dies geschieht in der Regel sowohl mit passiven, als auch mit aktiven Maßnahmen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Training, um den Therapieerfolg zu sichern und einem erneuten Auftreten der Beschwerden entgegenzuwirken. Essenziell dabei ist die Mitarbeit und das selbständige Trainieren des Patienten, damit das bestmögliche Ergebnis erzielt wird.

Wie wirkt die Manuelle Therapie?

Die Wirkung lässt sich nur schwer auf eine bestimmte Technik oder eine einzelne Struktur beziehen. Jedes Gelenk wird von drei Hauptfaktoren beeinflusst:

  • passive Strukturen – wie beispielsweise Kapsel, Sehnen, Bänder oder Knochen
  • Bewegungsapparat – Muskeln, Nerven und deren Beweglichkeit
  • Biomechanik – dazu zählt auch die Koordination und wie ein bestimmtes Bewegungsmuster im Gehirn abgespeichert ist.

Der Physiotherapeut wird immer versuchen alle Bereiche zu fördern. Die Gewichtung in einer einzelnen Einheit kann von Mal zu Mal unterschiedlich sein und orientiert sich an den Beschwerden. Aber genau das muss der Therapeut erkennen und die Therapie dementsprechend planen.

Was ist Bobath?

Bobath zählt zu den Heilmitteln welche speziell mit Patienten, die an Erkrankungen des zentralen Nervensystems leiden, zusammenhängen. Dazu zählen zum Beispiel Multiple Sklerose (MS), M. Parkinson und alle zerebralen Traumata (Schlaganfall, Hirnblutungen).

Anders wie bei einer eher „mechanischen“ Behandlung wie Manuelle Therapie, liegt die Ursache der Erkrankung hier nicht in einem Gelenk oder einer Struktur, sondern in der Schaltzentrale: Unserem Gehirn. Deshalb unterscheidet sich natürlich auch die Behandlung, da es in diesem Fall nicht ausreicht ein Bein wieder zu kräftigen oder ein Gelenk zu mobilisieren. Vielmehr geht es darum, das Bewegungsprogramm sowohl für einen Körperabschnitt, also auch für den Körper als Ganzes wiederherzustellen oder eben neu zu erlernen.

Dabei nutzt der Physiotherapeut die Plastizität unseres Gehirns. Das bedeutet, dass es ein Leben lang dazu in der Lage ist, neue Synapsen zu bilden. Dies geschieht bei einem Neugeborenen natürlich wesentlich schneller als bei einem Erwachsenen, aber funktioniert dennoch.

Da die Einschränkungen unter denen die Patienten leiden äußert unterschiedlich und individuell sein können, ist es die Therapie ebenfalls. So existieren keine festgelegten Übungen, sondern Bobath ist mehr als Konzept zu verstehen, welches als fester Bestandteil in den Alltag integriert werden soll.

Der Therapeut ist hierbei für den Übertrag in den Alltag zuständig. Er analysiert die Bewegungen des Patienten und legt mit ihm zusammen die Therapieziele fest. Denn nur was dem Patient auch wichtig ist zu verbessern, wird eine Chance haben sich im Alltag zu bewähren.

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