Vom Arzt zum Therapeuten – Wie funktioniert das eigentlich? Wenn es mal zwickt und zwackt und der Schmerz von selber nicht weggeht kommen irgendwann die meisten Menschen an den Punkt und gehen dann doch zum Arzt. Oft bekommt man von seinem Arzt dann ein Rezept für Physiotherapie in die Hand gedrückt. Während die einen von euch schon öfter bei einer Physiotherapie in Behandlung waren, ist das für andere absolutes Neuland. Ich möchte euch in diesem Artikel gerne ein bisschen Licht ins Dunkel bringen und die allgemeinen Abläufe und Regelungen erklären.

Der Schmerz geht nicht weg – Was mache ich jetzt?

Während es in anderen Ländern möglich ist, beispielsweise mit Rückenschmerzen direkt einen Physiotherapeuten zu konsultieren, geht in Deutschland der Erstkontakt immer über einen Arzt.

Du gehst also zu deinem Hausarzt oder Orthopäden und stellst dich mit deinem Beschwerdebild vor. Im Optimalfall wird der Arzt dich nun gründlich Untersuchen um herauszufinden welches Problem deinen Schmerzen zu Grunde liegt und wird daraufhin eine Diagnose stellen.

Wenn dein Beschwerdebild im Rahmen einer physiotherapeutischen Maßnahme zu behandeln ist bekommst du in den meisten Fällen vom Arzt eine Heilmittelverordnung für Physiotherapie verschrieben.

Was mache ich nun mit dem Rezept?

Beschäftigen wir uns erst einmal mit der Verordnung an sich. Der Arzt füllt auf dem Rezept neben deinen ganzen persönlichen Daten alle wichtigen Infos zu deinem Beschwerdebild aus.

Hier findest du auf dem Rezept verschiedene Zahlen- und Buchstabencodes.

Unter dem Feld ICD-10 – Code findest du einen Diagnosecode der deinen Symptomen einen Namen gibt. Es gibt unzählige ICD-10 – Codes, ich möchte dir aber gerne anhand eines Beispiels für dein Verständnis einen Einblick geben.

Nehmen wir an auf dem Rezept steht der Code WS1a. ‚WS1’ besagt hierbei dass es sich um eine Wirbelsäulenerkrankung mit einem prognostisch kurzfristigen Behandlungsbedarf handelt. Das ‚a‘ am Ende spezifiziert die Diagnose noch weiter. ‚A‘ bedeutet in diesem Fall: Funktionsstörung, Schmerzen durch Gelenkfunktionsstörung/- Blockierung.

Lass dich von den Codes nicht verunsichern, oft wird ein Rezept ohne umfassende Voruntersuchungen ausgestellt. Hier wird dann ein Code genommen der zu deinem Beschwerdebild am ehesten passt. Es kann sich bei der Untersuchung durch den Physiotherapeuten auch herausstellen dass deine Schmerzen eine andere Ursache haben.

Aufgrund der Diagnose wird der Arzt nun ein passendes Heilmittel auswählen.

Das Heilmittel findest du etwa in der Mitte des Rezeptes unter: ‚Heilmittel nach Maßnahme des Kataloges‘.

Dein Arzt schreibt hier in den meisten Fällen entweder KG (steht für: Krankengymnastik) oder MT (steht für: Manuelle Therapie). Es gibt natürlich noch einige andere Maßnahmen auf die ich allerdings aus Zeitgründen nicht weiter eingehe.

Außerdem legt der Arzt fest wieviele Behandlungen stattfinden sollen. In den meisten Fällen wird hier die Zahl 6 stehen. Es gibt aber auch bestimmte Krankheitsbilder und Diagnosen bei denen der Arzt dir 10 Behandlungen verordnen wird. Die Regel sind allerdings 6 Behandlungen.

Was mache ich jetzt mit meiner Verordnung?

Du hast jetzt die Qual der Wahl. Du suchst dir einen Physiotherapeuten deines Vertrauens aus und rufst in dessen Praxis an. Es kann gut sein dass du am Telefon direkt gefragt wirst was der Arzt genau verordnet hat. Die meisten Praxen fragen dies direkt ab da es hier Unterschiede bei den Behandlungszeiten gibt und auch nicht jeder Therapeut jede Behandlung durchführen darf. Ich kann dir also nur empfehlen zur Terminvereinbarung das Rezept Griffbereit zu haben um alle möglichen Codes und Infos ablesen zu können.

Bitte achte außerdem darauf dass ein Rezept lediglich 28 Tage nach Ausstellungsdatum gültig ist. Die erste Behandlung muss also spätestens am 28. Tag nach dem Ausstellungsdatum stattfinden, ansonsten ist das Rezept verfallen. Wenn du deinen ersten Termin erst später hast, dann musst du vom Arzt das Rezept auf einen späteren Behandlungsbeginn setzen lassen oder dir von ihm ein neues Rezept ausstellen lassen.

Wie läuft die Terminvergabe beim Physiotherapeuten?

Wie oben schon beschrieben wirst du gefragt was auf deinem Rezept genau verordnet wurde. Nun geht es zur Terminvereinbarung. In der Regel machst du direkt alle Termine schon im voraus aus. Normalerweise finden die Behandlungen mit einer Frequenz von 2 Behandlungseinheiten in der Woche statt. Eine Behandlungseinheit dauert in der Regel 20 Minuten.

Kleiner Tipp:

Die meisten Praxen sind sehr gut besucht und die Wartezeiten sind dementsprechend lange. Wenn du also der Praxis signalisierst dass du zeitlich flexibel bist wirst du schneller Termine bekommen als wenn du zum Beispiel sagst: ‚Ich kann nur Montags und Mittwochs um 7:30 Uhr und sonst eigentlich gar nicht‘. In solchen Fällen kann es durchaus sein dass die Wartezeiten mehrere Wochen bis hin zu Monaten reichen.

Die Randzeiten (also Morgens früh und Nachmittag ab 16:00 Uhr) sind die beliebtesten Zeiten und somit auch mit den längsten Wartezeiten verbunden.

Was kostet mich die Behandlung?

Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse müssen eine Zuzahlung leisten. Die Zuzahlung setzt sich zusammen aus zwei Beträgen. 10 Euro Pauschalbetrag, hinzukommen 10% vom Gesamt-Bruttowert des Rezeptes. Hier kommt ein Betrag irgendwo zwischen 20-40 Euro (je nach Verodnung) für ein Rezept auf dich zu. Die Zuzahlung musst du direkt beim Physiotherapeuten bezahlen.

Fazit, was beim Weg vom Arzt zur Physiotherapie zu beachten ist

Wie du siehst gibt es einige Punkte zu beachten. Ich hoffe nun aber dass ich dir einen kleinen Einblick geben konnte. Wenn du weitere Fragen zu dem Thema hast oder gerne einen Termin bei uns vereinbaren möchtest, dann freuen wir uns über eine Nachricht von dir.

Mehr Infos zu unserer Physiotherapie Praxis in Stuttgart findest du im Link.

Marco von NeoNorth